Emmauskirche Derschlag

Von außen betrachtet wirkt die Evangelische Emmauskirche, etwas erhöht am Kirchweg gelegen, mit seinen roten Backsteinen eher etwas bieder.

Tritt man durch das Portal, erst durch eine schwere Holztür und schließlich durch eine Glastür mit matt aufgedruckter Kirchensilhouette den Innenraum, staunt man über einen hell und einladend gestalteten modernen Kirchenraum. Weiße Wände, warme Holztöne bei Prinzipalien und der Möblierung, fügen sich harmonisch in das Bild.

Der in den 60er Jahren schon einmal umgestaltete Kirchenraum unserer denkmalgeschützten Emmauskirche, erhielt damals einen Grauanstrich aller Holzelemente, was allerdings bei der im Jahr 2017 durchgeführten Grundrenovierung, die auch eine neue Heizungsanlage mit Fußbodenheizung, eine Holz-Akustikdecke und moderne, barrierefreie Kommunikationstechnik umfasste, wieder geändert wurde.

Die schönen, aber ungemütlichen Kirchenbänke wurden bis auf die letzten vier Reihen um eine flexible Bestuhlung ersetzt. Das Seitenschiff, mit flexiblen Glaselementen abgetrennt, kann multifunktional als Bistro-Bereich genutzt werden, z.B. nach dem Gottesdienst beim Kirchcafé oder Gemeindemittagessen. Leichten Sichtschutz zum Kirchenraum bietet der aufgedruckte Text der die Emmausgeschichte (Lukas 24, 13-34) erzählt.

Auf der großen Anrichte unterhalb einer Fensterreihe, fällt sofort der alte Wetterhahn auf, der einst die Kirchturmspitze zierte und 2022 ausgetauscht wurde.

Im Jahr 2018 bekam die Derschlager Kirche den Namen EMMAUSKIRCHE. Der Name wurde aus etlichen Vorschlägen durch Gemeindeglieder ausgewählt.

Dieser neue Name ist bis heute Programm, sogar für die am 1. Januar 2023 gegründete Emmaus-Kirchengemeinde Wiedenest-Derschlag: Wir sind gemeinsam auf dem Weg, begleitet durch unseren Herrn Jesus Christus.

Den Wandel von Trauer zu Hoffnung, von Mutlosigkeit zu Zuversicht, dies erleben die nach dem Tod Jesu traurigen Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Der Fremde, der sie auf diesem Weg begleitet, hört zu, richtet sie auf, bewirkt diesen Wandel und wird beim Brechen des Brotes erkannt: Jesus war an ihrer Seite.

Diese Namensgebung greift auch das Verkündigungspult rechts vor dem Altar auf: von drei freien Aussparungen im vorderen Holz sind zwei schwarz hinterlegt; die dritte ist frei.

Das linksstehende Predigtpult weist ein schlichtes, offenes Kreuz auf, während das beeindruckende Kreuz an der Wand hinter dem Altar eine Besonderheit darstellt. Das von der Künstlerin Rita Unger 1965 geschaffene schwere Kreuz aus Mahagoniholz bekommt durch seine innere Aussparung in Form des gekreuzigten, aber gleichzeitig segnenden Jesus eine Leichtigkeit und versinnbildlicht die Überwindung des Todes durch Jesus. Bei genauer Betrachtung fällt der Schatten der rechten Schulter als Gesicht auf die freie Mitte.

Die von der Künstlerin gleichzeitig geschaffene Wandplatte mit dem Apostelruf des Paulus „Lasst euch versöhnen mit Gott“ hängt seit der Renovierung auf der Empore.

Der Kinderraum im hinteren Bereich – von der Gemeinde vor einigen Jahren in Eigenleistung geschaffen, erhält mit dem zum Kreuz ausgerichteten Sitzfenster den optischen Bezug zum Altar. Von hier aus kann der Gottesdienst zusammen mit den spielenden Kleinkindern verfolgt werden.

Die Wege vom seitlichen und vom hinteren Eingang treffen sich als Kreuz in der Kirchenmitte. Hier mitten in der Gemeinde findet die Taufe statt. Die silberne Taufschale zeigt zwischen Fisch und Taube die griechische Inschrift ICHTUS, die Anfangsbuchstaben für „Jesus Christus Gottes Sohn Retter.